Reisekrankheiten 

 

Viele Tierbesitzer möchten die schönste Zeit des Jahres nicht ohne ihr Tier verbringen und nehmen ihren Vierbeiner mit in die Ferien.

Hierbei ist zu beachten, dass sich ein Tier im Ausland mit Erregern infizieren kann, die zu ernsthaften Erkrankungen führen können. Zudem haben die unterschiedlichen Länder für die Einfuhr von Haustieren teils umfangreiche amtliche Richtlinien festgesetzt, die beim Passieren der Grenze einzuhalten sind.

 

  • Quarantänezeiten
  • evtl. Blutuntersuchung auf Tollwutantikörper
  • Tollwutimpfung 
  • Art und Ausstellungsdatum von Gesundheitszeugnissen und Heimtierpässen
  • Kennzeichnungspflicht
  • Zusätzliche Impfungen gegen verschiedene Erreger
  • Spezielle Maßnahmen (z.B. Behandlung gegen Bandwürmer und Zeckenbefall)
  • Kampfhundrassenbeschränkung
  • Maulkorb/Leinenzwang

 

Die häufigsten Reiseerkrankungen

 

 

Babesiose

 

Die Babesiose ist eine lebensgefährliche Erkrankung bei Hunden, bei der die roten Blutkörperchen durch Einzeller befallen und zerstört werden, ähnlich wie bei der Malaria des Menschen. Daher wird die Krankheit auch häufig als "Hundemalaria" bezeichnet. Während die Erreger der Malaria des Menschen (Plasmodien spp.) jedoch durch den Stich bestimmter Mücken übertragen werden, werden die Erreger der Babesiose durch Zecken übertragen.

Erreger: Einzeller Babesia canis (B. canis canis, B. canis rossi, B. canis vogeli)

Überträger: Bunt- oder Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Übertragungszeit: 48-72 Stunden nach dem Festsaugen

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: 5-7 Tage (bis 3 Wochen möglich)

 

Ehrlichiose

Die Ehrlichiose ist eine Erkrankung der weißen Blutkörperchen und gilt noch als eine so genannte Reisekrankheit, die in den Mittelmeerländern vorkommt. Die krankheitsübertragende Braune Hundezecke kommt bislang in Europa als Freilandzecke nur im Mittelmeerraum vor. Sie kann jedoch reisebegleitend in den deutschsprachigen Raum eingeschleppt werden, kann sich dann jedoch nur in Wohnräumen und Häusern vermehren. Aufmerksam sollte man werden, wenn man zu ungewöhnlichen Jahreszeiten vermehrt Zecken in der Wohnung findet. Die im deutschsprachigen Raum vorkommenden Zeckenarten können diesen Erreger nicht übertragen.

Erreger: Ehrlichia canis (Rickettsien)

Überträger: Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Übertragungszeit: wenige bis 36 Stunden

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: 7-21 Tage

Leishmaniose

 

Die Leishmaniose ist eine sehr ernst zu nehmende, schleichend verlaufende und in der Regel tödlich verlaufende Krankheit bei Hunden, die vor allem in den Ländern rund um das Mittelmeer vorkommt. Einzelfälle wurden aber auch schon im Südwesten Deutschlands, der Schweiz und sogar in Belgien nachgewiesen. Hier wurden vermutlich infizierte Mücken eingeschleppt. Auch infizierte Muttertiere können die Infektion auf ihre Welpen übertragen.
Der Überträger des Krankheitserregers ist die Sand- oder Schmetterlingsmücke (Phlebotomus perniciosus), eine dämmerungs- und nachtaktive, 2,5 -3 mm große und stark behaarte Mücke, die nicht summt.

Erreger: Leishmania infantum (Einzeller)

Überträger: Dämmerungs- und nachtaktive Sand- (sandfly) oder Schmetterlingsmücke (Phlebotomus perniciosus)

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: Monate bis Jahre nach dem Stich.

 

Dirofilarose-Herzwurmerkrankung

 

 

Die Dirofilariose oder auch Herzwurmkrankheit ist eine nicht zu unterschätzende Wurmerkrankung bei Hunden, die vor allem in südliche Länder wie Spanien, Italien, Frankreich, Portugal und Griechenland vorkommt. Auch in den USA ist die „Heart Worm Disease“ weit verbreitet. In Europa sind viele Fälle auch aus Ungarn und vereinzelt aus dem Tessin bekannt.

Die Dirofilariose wird durch einen Wurm (Dirofilaria immitis) verursacht, der bis zu 30 cm lang werden kann und Lungengefäße sowie Herz des Hundes besiedelt. Überträger des Wurms sind die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) sowie andere Stechmückenarten.
Erreger: Dirofilaria immitis (Herzwurm)

Überträger: Gemeine Stechmücke (Culex pipiens)und andere Stechmückenarten

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: etwa 6 Monate nach dem Stich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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